【 Mind the gap 】
Fr. 07. Februar – So. 05. April
ARTISTS' WINDOW
Ausstellung mit Lysann König, Marianne Vogler, Marina Woodtli
Do. 06. Februar
19.00 Uhr
VERNISSAGE
mit einer Performance von Pauline Coquart
Do. 12. März
19.00 Uhr
ARTIST TALK
Gespräch mit der Buchhändlerin Annemarie Pfister und den Künstler:innen
Die Ansage aus der Londoner U-Bahn lässt sowohl poetische wie politische Assoziationen zu und dient mittlerweile als Parole, um auf gesellschaftliche Spaltungen und geschlechterspezifische Barrieren hinzuweisen. Nicht zuletzt spielt die Lücke als Abgrund und Leerstelle, als das Unsag- und nicht Fassbare, in den Werken der drei Künstlerinnen eine entscheidende Rolle.
Lysann Königs Multimediainstallation «DM (fast fashion)» (2020) lotet die Bedeutungen von «gap» als Lücke, Distanz oder Bruch aus und reflektiert die vielfältigen Formen der Suche nach Überbrückung. Die Applikationen und Texte auf den Scheiben sowie die Videos zeigen Szenen aus dem Alltag: Die grossen und kleinen Sprünge im Leben, winzige Veränderungen, welche das Vergehen der Zeit zeigen, die Diskrepanz zwischen Erträumten und Gelebtem, Entfernungen zwischen Menschen sowie die Sichtbar- oder Unsichtbarkeit unserer eigenen Diskrepanzen und Brüche.
Die Installation «Im Netz» (2020) von Marianne Vogler setzt sich mit kulturell verankerten und durch eine lange Bildtradition portierten Frauenbildern auseinander. Das körpergrosse Bild einer Frau mit ausgebreiteten Armen, welches mit lasierenden Farben direkt auf das Schaufensters gemalte wurde, vereint eine Vielzahl an Vorbildern in sich. Einerseits erinnern ihre Geste und ihr Mantel an Darstellungen der Schutzmantelmadonna, ihre Überzeichnung und Stilisierung anderseits an Modezeichnungen. Das dunkelblaue, von Hand geknüpfte Netz, welches im Innenraum hängt, scheint die Frauenfigur sowohl zu schützen wie auch gefangen zu halten.
Marina Woodlti zeigt in ihrer Installation «in n out» (2020) eine Reihe von Tuschzeichnungen, in denen sie ihre Assoziationen und Gedanken tagebuchartig festgehalten hat. Im Schaufenster werden diese persönlichen und in ihrer Mehrdeutigkeit fragilen Zeichnungen jedoch nur bedingt sichtbar. Denn die Besuchenden müssen sich in das ins Schaufenster eingebaute Kabinett begeben, um die Werke betrachten zu können. Marina Woodtlis Installation thematisiert die Lücke zwischen Intimität und Öffentlichkeit und wirft Fragen nach der Macht des Blickes und der Interpretation auf.
Projektverantwortliche: Simone Flüeler, Eveline Schüep
Bildnachweis: Marina Woodtli, Lysann König, Marianne Vogler